Literatur

Literatur-Tipps

Who the Fuck Is Kafka

September 2026
von Lizzie Doron    (dtv-Verlag)

In Rom treffen sich bei einer israelischpalestinensichen Konferenz Nadim und Lizzie Doron auf dem Podium. Nadim ist ein palĂ€stinensischer Journalist und Lizzie eine israelische Schriftstellerin. 
Es entsteht eine wechselhafte Freundschaft, begleitet von Vorurteilen und UnverstĂ€ndnis. Lizzie’s Großmutter hat den Holocaust ĂŒberlebt und Nadim lebt mit seiner Frau in Gaza. Er hat einen israelischen Pass, seine Frau nicht. Sie wĂŒrde, wenn sie ausreist, nicht mehr ins Land kommen dĂŒrfen. Das Buch beschreibt eine reale, schwierige Freundschaft zwischen zwei Menschen, die mit den unĂŒberwindbaren, politischen und historischen Lasten umzugehen versuchen. WĂ€hrend das Buch im deutschsprachigen Raum hochgelobt wurde, stieß Lizzie Doron`s kritische Perspektive in Israel auf große Skepsis. 
Ein eindringlich und spannend geschriebenes Buch, das zum Nachdenken anregt. 

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Die Dirigentin

August 2026
von Maria Peters (Hoffmann und Campe Verlag)

Antonia Brico lebt fĂŒr die Musik. Als Kind ĂŒbt sie an dem alten verstimmten Klavier, das ihr Vater, ein MĂŒllmann, auf der Strasse gefunden hat. 1926 gibt es noch keine Dirigentin, aber Antonia wird alles dafĂŒr tun, dass sich das Ă€ndert. Sie reist nach Europa und verlĂ€sst dafĂŒr sogar ihre große Liebe. Mit einem Eröffnungskonzert verĂ€ndert sie die Musikwelt. Ein packender Roman der 1936 endet und man wĂŒrde zu gern wissen, wie es weitergeht. 

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Transit

Juni 26

von Anna Seghers (Aufbau Verlag)
Ein Roman, der 1941 und 1942 von Anna Seghers geschrieben und 1947 veröffentlicht wurde. FlĂŒchlinge aus aller Welt treffen 1940 in Marseille ein, mit dem Wunsch, den Kontinent zu verlassen. Ohne Visa, Bescheinigungen, Stempeln, die schwer zu ergattern sind, ist das nicht möglich. Auf der Jagd nach diesen ĂŒberlebenswichtigen Dokumenten kreuzen sich die die Wege des Ich-ErzĂ€hlers mit einer Frau, die rastlos nach ihrem Mann sucht. Der Ich-ErzĂ€hler, dem KZ entronnen,  ist zufĂ€llig an die Hinterlassenschaft genau dieses Mannes gekommen und erhĂ€lt dadurch die Passage nach Übersee. Die  beiden verlieben sich.
Anna Seghers schreibt diesen Roman unter dem Eindruck ihrer eigenen Flucht und beschreibt essistenzielle Exil-Erfahrungen, wie sie Menschen auch heute durchleben. 

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Wenn die Kraniche nach SĂŒden ziehen

MĂ€rz 26
von Lisa Ridzén (btb Verlag)

Ein wirklich gelungenes Buch ĂŒber das Leben des 89jĂ€hrigen Bo, dessen Frau in einem Pflegeheim fĂŒr Demenzkranke wohnt. Sein Alltag ist von Pflegedienst, den seltenen Besuchen seines Sohnes Hans und Sixten, seinem Hund geprĂ€gt. Entgegen der Vorstellung, ist es ein berĂŒhrendes und brillant geschriebenes Buch, ĂŒber das Ende eines Lebens. Dadurch, dass man immer wieder von der Sichtweise der Pfleger, des Sohnes und den RĂŒckblicken auf das Leben von Bo erfĂ€hrt, ist es ein Buch, das die eigene Sicht auf dieses Lebensalter erweitert. Es sollten alle lesen, aber v.a. diejenigen, die alte Eltern haben, um ihre Sicht auf diesen Teil des Lebens zu erweitern. Es ist ein Buch voller Witz und Charme ĂŒber die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.

 

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Umlaufbahnen

Dezember 2025
von Samantha Harvey  (dtv Verlag)

Alle 90 Minuten umkreisen 6 AstronautInnen (2 Frauen und 4 MĂ€nner aus unterschiedlichen Nationen) die Erde. Sie leben, arbeiten und schlafen auf engstem Raum und sind doch losgelöst von der Schwerkraft und dem Zeitempfinden. GefĂŒhle und Denken verĂ€ndern sich. Erstaunliche Wahrnehmungen erhellen den Leser: so erinnere ich eine Sequenz, als eine Astronautin am Morgen ihren Arm sucht. Durch das fehlende Gewicht scheinen auch die ExtremitĂ€ten in einer anderen FĂŒhlebene zu landen. Ein lesenswerter und interessanter Roman, der so einiges zum Nachdenken aufgibt. 

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Das Wesen der Dinge und der Liebe

Juli 2025
von Elisabeth Gilbert

In diesem Buch geht es um das Leben von Alma Whittaker, einer Botanikerin, 1800 geboren, die die Naturgesetze erforscht zu einer Zeit, in der Frauen noch nicht studieren durften. Ihr Vater, der durch den Import von pharmazeutischen und medizinische Produkten reich geworden ist sorgt dafĂŒr, dass seine einzige Tochter Alma umfassende Bildung erfĂ€hrt. Alma ist eine hochintelligente, aber auch unattraktive Frau, deren ganze Leidenschaft Erforschung von Pflanzen, insbesondere Moosen gilt. Dabei gelingen ihr revolutionĂ€re Einsichten, die sie auch publizieren kann, indem sie nur ihren Anfangsbuchstaben angibt und so erstmal nicht als Frau identifiziert wird. 
Ihre Stiefschwester Prudence heiratet, hat Kinder und setzt sich fĂŒr die Abschaffung der Sklaverei ein – es ist die Zeit, in der Amerika aufbricht in eine Zeit des Forschens. Alma frĂ€gt jedoch auch nach einer wissenschaftlichen ErklĂ€rung fĂŒr die Liebe und der Sinnlichkeit. Es ist ein Roman ĂŒber ein ganzes Jahrhundert und seinen historischen Ereignissen sowie ĂŒber GefĂŒhle und Vernunft und eben alles, was dazwischen liegt. Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen kann. Wunderbare FerienlektĂŒre. 

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Der Klang der Zeit

Februar 2025

von Richard Powers  (Fischer Verlag)

ErzĂ€hlt wird eine Geschichte ĂŒber eine Familie mit zwei Hautfarben und einer Leidenschaft: die Musik. Es geht um zwei musikalisch besonders talentierte BrĂŒder, Söhne eines deutsch-jĂŒdischen Physikers und dessen schwarzer Ehefrau aus Philadelphia. Auch wenn der amerikanische Rassismus und die BĂŒrgerrechtsbewegung den Vordergrund der Geschichte bestimmen, ist die alles durchdringende Kraft und Schönheit der Musik und des Gesangs das Hauptthema dieses Romans. Es gibt nichts, was die Eltern Strom ihren zwei Söhnen und der spĂ€ter geborenen Tochter nicht singend und musizierend beibringen. Alle Familienmitglieder haben besondere Stimmen. Sie werden zu Hause erzogen, um nicht von der Rassendiskriminierung beschĂ€digt zu werden. Ein eindrucksvolles Buch ĂŒber die jĂŒngste Vergangenheit Amerikas, ĂŒber die LĂŒge, auf der seine Gegenwart baut und eine LiebeserklĂ€rung an die Musik. 

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Die Klatschmohnfrau

Januar 2025
von Noelle ChĂątelet          (KiWi – Verlag)

Marthe ist siebzig und war mit Edouard verheiratet, einem Mann, der ihr vom Vater ausgesucht worden ist. Pflichtbewusst und rĂŒcksichtsvoll hat sie immer fĂŒr ihre Familie gelebt. Nun ist Edouard schon einige Zeit tot und ihre Kinder Paul und CĂ©line, sowie deren Kinder, sind Marthes Lebensinhalt. Dann lernt sie FĂ©lix kennen und die beiden verlieben sich. FĂ©lix, der achtzigjĂ€hrige Maler ist Marthes erste große Liebe. Voller Selbstbewusstsein und unbeschwert lassen sich die beiden in ihre Liebe ein. Es ist ein wunderschön erzĂ€hltes Buch, bei dem es einem warm ums Herz wird,  das man nicht mehr aus der Hand legen mag und das auch sprachlich besticht. 

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Musik der Stille

November 2024
von David Steindl-Rast

Die Musik der Stille können wir nur vernehmen, wenn wir uns einstellen auf den Gesang des Himmels. Der Benediktinermönch David Steindl-Rast zeigt mittels der gregorianischen GesĂ€nge Wege auf, durch den Tag – durch das Leben – die ebenso von Menschen erfahren werden können, die außerhalb eines Klosters unterwegs sind und interessiert sind an den Themen Kontemplation und spiritueller Orientierung.
Viele seiner SĂ€tze erinnern an Atemerfahrungen und deshalb ist dieses kleine Buch auch so kostbsr fĂŒr alle, die am Atem interessiert sind.

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Wer wir sind

September 24
von Lena Gorelik (Rowohlt Verlag)

Ein MĂ€dchen reist 1992 mit Eltern, dem Bruder und der Großmutter, als jĂŒdische KontingentflĂŒchtlinge von St. Petersburg nach Deutschland, in die Freiheit, aus und kommt erst einmal in einer schwĂ€bischen Kleinstadt an. Daheim war sie eine sehr gute SchĂŒlerin und offen fĂŒr viele Dinge. Nun spricht sie die Worte so komisch aus, dass MitschĂŒler ĂŒber sie lachen. Sie schĂ€mt sich, dass sie als „FlĂŒchtlingskind“ im Asylantenheim unter sehr beengten Bedingungen wohnt. Auch die Eltern hatten keine Vorstellung von dem neuen Leben in Deutschland, wo es ihnen die fremde Sprache unmöglich macht, eine ihrer Ausbildung angemessene Arbeit zu finden.
Erst als das MĂ€dchen die Begrenzung durh die fremde Sprache ĂŒberwinden kann, eröffnen sich ZugĂ€nge zu dieser neuen Welt, die sie sich Wort fĂŒr Wort erobert. Die Vorstellungen, was Freiheit ist, was sie erlaubt, unterscheiden sich zwischen Eltern und Tochter immer mehr. Der autobiographische Roman von Lena Gorelik ĂŒber ihren Migrationshintergrund wird einfĂŒhlsam und sehr offen erzĂ€hlt. Man ist berĂŒhrt von dem Kampf um WĂŒrde und IdentitĂ€t – Stolz und Scham, Eigensinn und Anpassung, Fremdsein und Dazugehören. Sehr empfehlenswert.

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So wie du mich kennst

Juli 2024

von Anika Landsteiner   (KrĂŒger Verlag)

Was weiß man wirklich ĂŒber die, die man liebt? Karlas Schwester Marie, eine Fotografin in New York, kommt beim Überqueren einer Straße ums Leben. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Marie war Karlas Seelenverwandte, der Kompass in ihrer Welt und nun macht sie sich auf, die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Auf dem Computer von Marie findet sie verstörende Fotos und sie frĂ€gt sich, was sie alles nicht von ihrer Schwester wusste, die so ganz anders als sie selbst lebte. Was Karla nun sieht, verĂ€ndert ihren Blick auf Marie, auf sich selbst und damit auf ihr ganzes Leben. Es ist ein spannend erzĂ€hltes Buch ĂŒber eine Frau, die die eigene Nachbarin sein könnte. Tiefe SĂ€tze, die den Lebensalltag beschreiben und bei denen man innehĂ€lt …

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25 Letzte Sommer

Mai 2024

von Stephan SchĂ€fer  (Park Ullstein Verlag)

Zwei Menschen treffen sich, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Einer fĂŒhrt ein Leben mit endlosen To-Do-Listen und hetzt von Termin zu Termin und der andere sortiert jeden Tag Kartoffeln und denkt dabei ĂŒber das Leben in all seinen Belangen nach. Als Karl seinen gehetzten Gast damit konfrontiert, dass ihm noch ca. 25 Sommer bleiben, beginnen beide ein GesprĂ€ch ĂŒber die großen Fragen des Lebens. Was ist wirklich wichtig? Mit was verbringen wir unsere Zeit? Was gibt es noch fĂŒr LebenstrĂ€ume?
Das Buch lĂ€dt ein, Antworten zu diesen Fragen in uns selbst zu suchen. Dabei ist es ein lebenskluges, warmherziges und auch tröstendes Buch das einen sanft umarmt. 

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Die Kunst des Neuanfangs

MĂ€rz 2024
von Sarina Pfauth und Debora Kuder (Bene Verlag)

Ein Buch ĂŒber den Mut, neue Wege zu gehen. In diesem Buch erzĂ€hlen Menschen von Momenten, in denen ihr Leben ins Wanken geriet, von UmbrĂŒchen und ihrer Sehnsucht nach VerĂ€nderung. Woher sie den Mut genommen haben, neue Wege zu einzuschlagen. Diese Erfahrungen werden begleitet von Interviews und Experten, die erklĂ€ren, was es dazu braucht, gute Entscheidungen zu treffen und machen neugierig auf das, was noch werden könnte. 

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Das Pferd im Brunnen

Januar 2024        
Valery Tscheplanowa  (Rowohlt Verlag)

Im WDR sagt Frau Heidenreich zu diesem Buch „eine wunderschöne, poetische Sprache … ein Buch, das sich zu lesen lohnt“ und dem kann ich nur zustimmen!
Alles beginnt in einem russischen Kurort, Kasan, indem einst Stalin seine Sommer verbrachte. Nach dem Tod ihrer Großmutter Nina kehrt Walja dahin zurĂŒck und sucht nach ihren Wurzeln. Dabei erinnert sie sich an die Frauen, mit denen sie aufgewachsen ist und die sich einig waren in ihrer Abscheu gegenĂŒber AbhĂ€ngigkeit. Walja, die zwischen den Welten lebt, einmal in einem norddeutschen Dorf an der B77 und eben in dieser Wohnung in Kasan kann immer mehr sehen, wie sehr diese Frauen ihr Leben geprĂ€gt haben.

 

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Drei Tage, zwei Frauen, ein Affe und der Sinn des Lebens

Dezember 2023
von Karolien Notebaert  (Heyne Verlag)

Marie geht mit ihrer Mutter, einer Neurowissenschaftlerin, auf eine Wanderung in Irland, den Wicklow Way. Zwischen grĂŒnen Wiesen und malerischen Gebirgseen begegnen sie Schafen und ungewöhnlichen Menschen. Die GesprĂ€che drehen sich um nichts weniger als um die Frage, wie unsere Gedanken unsseren Lebensweg beeinflussen und wie wir sie positiv steuern können. Dabei gilt es in erster Linie seinen Affen, also die stĂ€ndigen GedankenrĂ€der an die Leine zu nehmen. Der Weg dahin, die Achtsamkeitsmeditation … insofern auch ein Atembuch.
Das Gehirn kann nicht gleichzeitig denken und mit den Sinnen etwas erspĂŒren. Das ErspĂŒren der InnenrĂ€ume entlastet also aktiv die Amygdala.

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FrĂŒh am Morgen beginnt die Nacht

November 23
von Wally Lamb

Es ist ein Ă€lteres Buch, das mir wieder in die HĂ€nde gefallen ist und das mich noch einmal begeistert hat. Dominick Birdsey kĂŒmmert sich seit seiner Kindheit um seinen Bruder, der an Schizophrenie leidet. Sein eigenes Leben ist auch nicht einfach und geht StĂŒck fĂŒr StĂŒck in die BrĂŒche und auch seine Mutter stirbt, ohne ihm zu sagen, wer der Vater von ihm und seinem Bruder ist. Als nun Thomas in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden soll, unternimmt er noch einmal alle Anstrengungen ihn davor zu bewahren. Um dabei selbst nicht verloren zu gehen, muss er sich nicht nur dem Schmerz der Vergangenheit stellen, sondern sich auch den dunklen Seiten in sich zuwenden, die er tief in sich verschlossen hat. Wally Lamb erzĂ€hlt mit viel Witz und Sinn fĂŒr die schwierigen Lebenssituationen, denen man sich zuweilen stellen muss.

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Melody

August 2023
von Martin Suter   (Diogenes Verlag)

Ein wirklich aufregend erzĂ€hlter Roman, von dem man sich kaum mehr lösen kann. Ein alter, sterbenskranker ZĂŒricher, der jahrzehntelang Politik und Gesellschaft dirigiert hat, sucht und findet einen Nachlassverwalter dessen Aufgabe es zunĂ€chst sein soll, alles Unangenehme zu seiner Person in den privaten Archiven zu vernichten um zu gewĂ€hrleisten,  der Nachwelt ein schöngefĂ€rbtes Bild seiner Person zu hinterlassen. Eigentlich aber erzĂ€hlt ihm der Sterbende von seiner großen Liebe, Melody, die kurz vor der Hochzeit verschwand. Man befindet sich beim Lesen stĂ€ndig zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Moral und Selbstdarstellung und kann nicht mehr aufhören zu lesen, bis das Buch zu Ende ist.

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Chuzpe

Juli 2023
von Lily Brett
Ein herrliches Buch ĂŒber Ruth, die nicht begreifen will, dass ihr 87 jĂ€hriger Vater Edek seine sehr eigenen Vorstellungen von Lebensabend hat. Nicht nur beginnt er ein VerhĂ€ltnis mit der wesentlich jĂŒngeren Zofia, er will auch ein Restaurant in der Lower Eastside eröffnen, das auf polnische FleischbĂ€llchen spezialisiert ist. Es ist ein sprĂŒhender und kurzweiliger Roman ĂŒber VĂ€ter und Töchter, ĂŒber polnische KĂŒche und New Yorker Neurosen. Eine Mischung aus Witz, WĂ€rme und Verstand.

 

 

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Wenn alles zusammenbricht

Juni 23
von Pema Chödrön  (Goldmann Verlag)

Es gibt Zeiten, in denn alles schief geht und man hat zuweilen das GefĂŒhl das die eigenen Welt zusammenbricht.
Pema Chödrön ist Meditationsmeisterin in der Tradition des tibetischen Buddhismus und beschreibt in diesem Buch Mittel und Wege, schmerzliche Erfahrungen in Lernprozesse umzusetzen.

 

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Sophia, der Tod und ich

MĂ€rz 2023
von Thees Uhlmann  (Kiwi-Verlag)

Ihr habt es schon gemerkt … im Moment komme ich nicht soviel zum Lesen. Dieses Buch hat mich wirklich sehr amĂŒsiert und immer wieder saß ich glucksend, lachend auf der Couch.
Es ist ein DebĂŒtroman des Musikers Thees Uhlmann und beginnt damit, dass der Tod an der TĂŒr klingelt -> aber anstatt den ErzĂ€hler ins Jenseits zu befördern entwickelt sich mit hinreißenden Wortgefechten ein Nachspiel ĂŒber Liebe, Freundschaft und Glauben: dem Tod gelingt, zu seiner Verwunderung, nicht, den ErzĂ€hler sterben zu lassen. Stattdessen begleitet er ihn, gemeinsam mit der ruppigen Exfreundin des ErzĂ€hlers zu einem spektakulĂ€ren Roadtrip.
Wirklich ein lustiger und zugleich anrĂŒhrender Roman – unbedingt lesen!

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