Literatur

Literatur-Tipps

Adressat Unbekannt

Dezember 2020
von Kressmann Taylor (Atlantik Verlag)

Dieses erstaunliche Buch wurde zum ersten Mal 1938 veröffentlicht, es zu lesen ist ein Erlebnis besonderer Art und dazu brandaktuell. Elke Heidenreich beschreibt es im Nachwort so: „Ich habe nie auf weniger Seiten ein grĂ¶ĂŸeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unĂŒbertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender KĂŒrze,kein Wort zuviel, keines fehlt …“
Dem ist nichts hinzuzufĂŒgen und ich staune, dass mich dieses Buch erst jetzt gefunden hat. 

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Ehre

November 2020
von Elif Shafak  (Kein & Aber Verlag)

Pembe erhoft sich ein erfĂŒllteres Leben, als sie mit ihrem Mann udn drei Kindern von Istambul nach London zieht. Doch die Familie scheint weder den AnsprĂŒchen ihrer alten noch der neuen Kultur gerecht zu werden. Als Pembe Elias kennenlernt eröffnet dieser ihr neue Horizonte. Jamila, die Zwillingsschwester von Pembe, die in Istanbul ein einsames Dasein fristet spĂŒrt, dass sich mit der neuen Bekanntschaft großes Unheil anbahnt und entschließt sich dazu, nach London zu reisen.
Es ist ein monumentaler Generationenroman ĂŒber Liebe, Familie udn eine Tat, deren Wucht niemanden unberĂŒhrt lĂ€sst.

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Madame le Commissaire

Oktober 2020
von Pierre Martin (Knaur Verlag)

Wer die Provence liebt, sollte diese Literaturreihe lesen. Man riecht förmlich den Lavendelduft und die gute französische KĂŒche. Man erfreut sich an den etwas verschrobenen Einwohnern Fragolins im Hinterland der CĂŽte d’Azur und eben an Mme. le Commissaire, Isabelle Bonnet, ihren vielfĂ€ltigen Beziehungen und die Leichtigkeit in der sie Dinge zusammenbringt und KriminalfĂ€lle löst.
Unbedingt in der Reihenfolge lesen!!
Eigentlich möchte man dann gleich mal verreisen … und natĂŒrlich in die Provence!

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Ein Gentleman in Moskau

August 2020
von Amor Towles (List Verlag)

Ein Buch, das wie geschaffen ist fĂŒr die BeschrĂ€nkungen des Lebens durch Covid 19.
Es spielt 1922 in Moskau. Der kluge und genussfreudige Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangen Hausarrest verurteilt. Ab sofort muss er im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz sein Leben fristen und all seine Privilegien aufgeben. Trotz dieser eingeschrĂ€nkten UmstĂ€nde lebt er seine Überzeugungen, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. WĂ€hrend Russland stĂŒrmische Zeiten durchlebt, verweilt er im Hotel, nimmt eine eine Arbeit als Hilfskellner an und ist und bleibt dabei stets ein Gentleman. Als ihm eine Freundin ihre kleine Tochter anvertraut, wĂ€chst der Graf ĂŒber sich hinaus.

 

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Schnee der auf Zedern fÀllt

Juli 2020
von David Guterson   (dtv Verlag)
Ein wiederentdecktes Buch, das mich in den letzten Tagen sehr erfreute.
Das Buch spielt auf der Insel San Piedro nach dem zweiten Weltkrieg.Ein mysteriöser Mordfall lÀsst alte Familienfehden und die im Weltkrieg entstandenen Spannungen zwischen der angelsÀchsischen und japanischen Bevölkerung wieder aufleben. Kabuo Miyamoto, ein Lachfischer wird angeklagt seinen Kollegen Carl Heine ermordet zu haben.Ishmael Chambers, Reporter, Redakteur und Herausgeber der einzigen Zeitung der Insel versucht das Verbrechen aufzuklÀren. Hinweise und Indizien verdichten und verÀndern sich wie der stetig fallende Schnee, der die Landschaft der Insel stÀndig verÀndert. Ein tiefer und poetischer Roman voller wunderbarer Momente.

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Du bist das Placebo -Bewusstsein wird Materie

Juni 2020
von Dr. Joe Dispenza

Können wir uns allein mit der Kraft der Gedanken heilen, ganz ohne Medikamente, ganz ohne Operationen? Dr. Joe Dispenza, Neurowissenschaftler udn Physiologe, widmet sich in diesem Buch der Geschichte udn Physiologie des Placebo-Effekts und lehrt in seinen Workshops deren Anwendung. Viele dokumentierte FĂ€lle von Krebspatienten, Menschen mit Herzfunktionsstörungen, Depressionen, Arthritis wurden gesund, indem sie auf ein Placebo vertrauten. Andererseits sterben Menschen, die sich als Opfer eines Fluchs oder Voodoo-Zauberst fĂŒhlten oder an eine fatale medizinische Fehldiagnose glaubten.

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Das rote Adressbuch

Mai 2020
von Sofia Lundberg (Goldmann Verlag)

Zu ihrem 10ten Geburtstag erhĂ€lt Doris von ihrem Vater ein rotes Adressbuch geschenkt, in das sie alle Menschen schreiben soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte spĂ€ter beschließt sie anhand dieser Eintragungen ihre Lebensgeschichte niederzuschreiben. Ein sehr feinfĂŒhlig geschriebenes Buch, das die Endlichkeit und die Lebendigkeit eines gelebten Lebens  in den Blick nimmt.

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Namiko und das FlĂŒstern

April 2020
von Andreas SĂ©chĂ©  (Ars Vivendi Verlag)

Ein junger deutscher Journalist recherchiert in Kyoto ĂŒber die GĂ€rten Japans. Dabei begegnet  er  Namiko und durch sie wird sich sein ganzes Leben verĂ€ndern. Sie lehrt ihn eine offene, nicht-wertende Geisteshaltung, das, was man im ZEN dein AnfĂ€nger-Geist beschreibt.
Der ZEN Garten dient als Ort des Begreifens, eine Verdichtung alles Lebendigen – von Geburt und Tod, von Liebe und Jahreszeiten. Eine wunderschöne Liebesgeschichte die alle und alles wandelt wird hier in wunderschönen Worten  gezeichnet.

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Achtsam morden

MĂ€rz 2020
von Karsten Dusse (Heyne Verlag)

Björn Demel, ein Strafverteidiger, wird von seiner Frau gezwungen ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Ehe zu retten, ein besserer Vater zu werden und seine aus den Fugen geratende Berufswelt zu befrieden. Als sein Mandant, ein brutaler Krimineller beginnt, ernste Probleme zu bereiten, bringt ihn der Anwalt einfach um – und zwar nach allen Regeln der Achstsamkeit. Ein Buch, das einen immer wieder zum Lachen bringt und zum Nachdenken. Herrrlich!

 

 

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Die Liebe im Ernstfall

Februar 2020
von Daniela Krien (Diogenes Verlag)

In diesem Buch werden die Frauenschicksale von 5 Frauen beschrieben, deren Lebenslinien sich ĂŒberkreuzen. Sie erleben den Fall der Berliner Mauer und wo vorher Grenzen waren, ist nun Freiheit, die nun den Zwang zum WĂ€hlen kennt und die Frauen zwingt, sich mit den Fragen des Frauseins und auch des Menschseins auseinanderzusetzen.
Die Autorin beschreibt die Frauen und ihre Schicksale dabei so berĂŒhrend und lebendig, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

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Ich nannte ihn Kravatte

Januar 2020
von Milena Michiko Flasar  (btb Verlag)

Auf einer Parkbank begegnen sich ein junger und ein alter Mensch. Es sind zwei, die aus dem Rahmen gefallen sind … jeder auf seine Weise und jeder radikal verweigern sie sich der Norm.
Die SZ beschrieb Christoph Bartmann das Buch als „ein zartes melancholisches Buch von großer sprachlicher Schönheit und Klarheit. Ein makelloser Roman“. Dem könnte ich nichts hinzufĂŒgen.

 

 

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Den Toten verpflichtet

Dezember 2019
von Harry Bingham (Rowohlt Verlag)

 

Die junge Polizistin Fiona Griffith ist der Star dieser Krimireihe von Harry Bingham. Aktuelle Themen werden gut recherchiert in einen Kriminalfall verpackt. Die psychischen AuffĂ€lligkeiten von Fiona tun ihr ĂŒbriges: verletzlich, eigensinnig und genial. Wer denkt da nicht an Stieg Larson?
Achtung: Suchtgefahr!
Ein Tipp: unbedingt in der Reihenfolge des Erscheinens lesen!

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9 Wege in ein krebsfreies Leben

November 19
von Dr. Kelly Y. Turner (Irisiana Verlag)

Die renommierte Krebsforscherin Dr. Kelly Turner wollte mehr wissen ĂŒber das PhĂ€nomen von Radikalemissionen bei fortgeschrittenem Krebsgeschehen, das von der Schulmedizin nur wenig beachtet wird. Sie sprach in 11 LĂ€ndern mit ĂŒber 50 Heilpraktikern und interviewte zahlreiche Patienten, die eine Radikalremission am eigenen Leib erlebten. Dabei fand sie 9 Wege, die bei all diesen Menschen gemeinsam eine Rolle spielten und von der sie glaubt, dass es eine unerwartete Heilung begĂŒnstigen kann. Dabei plĂ€diert sie fĂŒr eine ganzheitliche Medizin, die Körper, Geist und Seele des Patienten miteinschließt.

 

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Der Junge, der TrÀume schenkte

Oktober 2019
von Luca Di Fluvio  (Bastei-LĂŒbbe Verlag)

Aus einem transatlantischen Frachter steigt 1909 eine junge Frau mit ihrem Sohn, Natale. Sie kommen aus SĂŒditalien und hoffen auf ein besseres Leben in Amerika. Doch die Lower East Side in New York ist von Armut und KriminalitĂ€t gekennzeichnet. Nur wer robust genug ist, kann sich hier behaupten. Natale ist ausgestattet mit einem besonderen Charme, der die Menschen verzaubern kann. Es ist eine wirklich tief berĂŒhrende Geschichte, von der man sich wĂŒnscht, man könnte ewig weiterlesen.

 

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Der schlaflose Cheng

August 2019
von Heinrich Steinfest  ( Piper Verlag)  

Wer die Geschichten von Heinrich Steinfest kennt, kann sich freuen:
Cheng macht Urlaub in Mallorca. FĂŒr jedes Lebensjahr einen Tag. Er ist 55 Jahre alt. Dort spricht ihn an der Bar Peter Polnitz an, die Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake. Ein Jahr spĂ€ter wird genau dieser Peter Polnitz verdĂ€chtigt, Andrew Wake ermordet zu haben und seine Tochter bittet Cheng die Unschuld ihres Vaters zu beweisen. Und dann geht es erst richtig los! Sehr vergnĂŒglich und kurzweilig und wie immer garantiert: unglaubliche Satzkombinationen, ĂŒber die man verzĂŒckt die Augen verdreht.

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Mittagsstunde

Juli 2019
von Dörte Hansen  (Penguin Verlag)

Als Ingwer Feddersen in sein Heimatdorf zurĂŒckkehrt ist ihm schwer ums Herz. Ella, die Großmutter beginnt dement zu werden und der Großvater Sönke hĂ€lt stur in seiner alten Dorfwirtschaft die Stellung.
Nichts ist leicht: Die großen Höfe sind gewachsen, haben modernisiert. Kleine Betriebe haben aufgegeben. Ingwer Feddersen hat – gegen den Wunsch des Großvaters in Kiel studiert und kĂŒmmert sich nun um seine alten Leute. Mit großer WĂ€rme erzĂ€hlt Dörte Hansen von den VerĂ€nderungen, die in bĂ€uerlichen Gemeinden vor sich gehen, eingewebt in die Geschichte einer bĂ€uerlichen Familie.
 

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Kaffee und Zigaretten

Mai 2019
Ferdninant von Schirach  (Luchterhand Verlag)

In diesem Buch geht es um prĂ€gende Erlebnisse,  Begegnungen und Ereignissen des 1964 geborenen Rechtsanwalts. Es ist ein sehr persönliches Werk, in denen er diese Geschehnisse in sein moralisches, durchaus bĂŒrgerliches Empfinden einzuordnen versucht. Dabei werden in sachlichem und nĂŒchternem ErzĂ€hlstil Episoden des aktuellen Tagesgeschehens verbunden mit historischen Ereignissen. Zum Beispiel zitiert er seinen Großvater Baldur von Schirach, der 1942 die Deportation der Juden in Wien als einen „aktiven Beitrag zur europĂ€ischen Kultur“ genannt hat und stellt sie seiner Scham gegenĂŒber als er mit einer jĂŒdischen AnwĂ€ltin spricht, deren Großmutter in Wien deportiert worden ist. Eine Begegnung mit Lars Gustafsson fĂŒhrt zu der Erkenntnis, dass die Frage nach einem gelingenden Leben so kompliziert sein kann, wie der Aufschlag beim Tennis. Ein Buch, dass in seinen kurzen BeitrĂ€gen einlĂ€dt ĂŒber sich und die Welt nachzudenken.

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Was man von hier aus sehen kann

April 2019
von Mariana Leky (Dumont Verlag)

Immer wenn Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nĂ€chsten Tag jemand im Dorf. Sobald es die Runde macht, fĂŒhrt es zu einer enormen Spannung unter den Dorfbewohnern, den niemand weiss, wen es treffen wird. Ein wundersames Buch ĂŒber die Beziehungen innerhalb eines Dorfes im Westerwald und ein Buch ĂŒber die Liebe. Luise, Selmas Enkelin ist verliebt in einen jungen Mann, der in Japan in einem buddhistischen Kloster liebt, und das Dorf nur besucht. Der Optiker liebt Selma – jahrzehntelang …. und wagt es nicht zu sagen. Ein Buch, in wunderbarer Sprache unterhaltsam geschrieben, das einen lachen und weinen lĂ€sst.

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Töchter einer neuen Zeit

April 2019
von Carmen Korn (Rowohlt Verlag)

Dieser Roman erzĂ€hlt von vier Frauen, zwei Weltkriegen und hundert Jahren Deutschland: Henny will einer friedlichen neuen Generation auf die Welt helfen und beginnt 1919 eine Hebammenausbildung in der Finkenau, einer Hamburger Frauenklinik. Der erste Weltkrieg liegt gerade hinter ihr und endlich herrscht Frieden. Henny’s Kollegin KĂ€the stammt aus einfachen VerhĂ€ltnissen und sympathisiert mit den Kommunisten. Lina fĂŒhrt als alleinstehende Lehrerin ein unkonvesionelles Leben und  Ida wohnt in einem herrschaftlichen Haus und weiss nichts von der Welt. Diese vier Frauen teilen Höhen und Tiefen miteinander, erleben den Aufstieg der Nationalsozialisten und den drohenden zweiten Weltkrieg. Es ist der Auftakt einer Trilogie, der diese Frauen bis ins 20. Jahrhundert begleitet.
Es ist ein mitreissender Roman ĂŒber Sozialgeschichte, den man nicht so leicht aus der Hand legt. 

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